Dienstag, August 10, 2010

Reclam-Denkmal

So etwas hat mich vor wenigen Jahren noch dermaßen geflasht, da ich so etwas mein Eigen nennen wollte - heute freue ich mich, dass es das gibt und ich es in Auszügen genießen darf. Früher Inhalte&Design, heute Inhalte. Fein das.


Hier gefunden.

Sonntag, August 08, 2010

open space und Demokratische Schule

Wieder einmal sah ich die Parallelen in der Haltung und Umsetzung zweier eigentlich voneinander entfernter Universen, die aber genau das Gleiche gestalten: Dass Menschen sich gesund und das kümmern, was ihnen selbst wichtig ist - und damit eine bessere Welt schaffen, da sie auch immer für andere da sein wollen.
Zum einen open space, meine bevorzugte Groß- oder auch Kleingruppentechnologie, in der vor allem Krisen und Probleme gelöst, eine inspirierende Zukunft entwickelt oder auch einfach nur eine gute Gegenwart geschaffen werden kann, hier eine Mini-Einführung in einer Minute von Harrison Owen, dem Begründer von open space.
Zum anderen Demokratische Schule, selbstbestimmtes Lernen im eigenen Tempo, in der eigenen Art und Weise, mit Lehrern als professionelle Begleiter, mit Räumen für selbstverantwortliches Handeln (da sind wir schon bei open space) und am Ende auch dem Abschied von Illusionen, von Glaubenssätzen in unserer Bildungswirklichkeit. Deutlich wird das an allen Ecken und Enden, gerade aktuell mir im Lesen des unerzogen-Magazins und einer Rezension in einem alten Heft zu einem Buch von Jerry Mintz, erschienen im so tollen tologo-Verlag: "Keine Hausaufgaben und den ganzen Tag Pause". (open space wird gelegentlich übersetzt mit einer pausenlosen Kaffeepause...) In genau so einer Institution möchte ich leben und lernen, wenn ich das nächste Mal jung bin, und möchte ich weiter leben und arbeiten in diesem Leben.

Vier Besuche

In den letzten zehn Tagen genoss ich neben oder ergänzend zum normalen Leben vier nette Erlebnisse.
Falschirmspringen in Stadtlohn: Das Geschenk zum runden Geburtstag von K.: Aus knapp über 4000 Metern in die Luft fallen, hinunterwundern, dann lange mit dem Schirm fahren und das Ganze anschließend noch zig Mal auf DVD schauen - toll!
Das Schwarzlichtmilieu-Festival für Freunde: Mit 500 anderen Menschen auf einem Hügel im Weserbergland drei Tage feine Sounds genießen, in einer Gruppe von Freunden und K. campen, gaaanz viel Tanzen.
Die Gay Games in Köln: Mit K. und meinem ehemaligen Mitbewohner Christian, mehrfacher Medaillengewinner bei Gay Games, einen Abend mit vor allem Latein-Tänzen geniessen, Wettbewerbe von Gleichgeschlechtlichliebenden über 18, über 25, über 35 und über 45 (die Ältesten waren über 70) erleben und zum Abschluss das große A-Finale der jungen Männer, was dermaßen beeindruckend war, dass Christian nur sagte: "Ich bekomme andauernd Gänsehaut!" und das, obwohl er selbst ein besonderer Tänzer ist. Das Tempo, die Leichtigkeit, das Zusammenfließen, die Begeisterung des Publikums, die Lockerheit der Veranstaltung - vieles sorgte für einen großartigen Abend in Köln.
Und schließlich noch das S.O.M.A.-Festival (Summer of Music and Arts) in Köln mit Kollektiv Turmstraße: Ein Abend in der Papierfabrik in Ehrenfeld mit K. und durchweg viel jüngeren Menschen, teils wahnsinniger Hitze auf den Floors und dann irgendwann Kollektiv Turmstraße, unserem bevorzugten Soundgeber zur Zeit, treibende Beats mit schönen Melodien, Brüchen, Abwechslungen und Irritationen - klasse!

Mittwoch, Juli 14, 2010

Anders

Gestern im Zug von Düsseldorf nach Bonn, ein Regionalexpress, voll, da Feierabendzeit. Ich stehe in der 1. Klasse, da nur dort noch Stehplatz war, neben mir eine Frau mit Hackenporsche, zerschliessene Kleidung, krauses Haar, eine alte, zerflederte Bild-Zeitung darin, die sie während der Fahrt liest und mit halblauten, ausgesprochenen Kommentaren und Lachern versieht. Um sie herum Arbeitnehmer, teils ins Laptop vertieft, teils in Berichte, Artikel und Beschlussvorlagen. Ich, lesend in "Letzte Nacht in Twisted River". Viel Kopfschütteln bei allen um sie Sitzenden, Amüsiertheit ob ihrer Andersartig-, Versch(r)obenheit. Dann steht sie irgendwann auf, die Titelmelodie von "Neues aus Uhlenbusch" singend: "Au weia, au weia, der Hahn legt keine Eier...". Sie dreht sich zu mir, sieht mir in die Augen, verabschiedet sich von mir mit "Einen schönen Abend noch", nicht von den anderen, verlässt den Zug. Die anderen kopfschüttelten weiter, ob ihres Auftritts, ich lächelte. Be-sonders das. Schön.
C

Mittwoch, Juli 07, 2010

Blog-Feedback

Einige Menschen haben bereits ihr Gefallen an diesem Blog geäußert, so wie heute eine Kollegin in einer Mail mit dem Betreff: explizites Kompliment.
Lieber Christian,
was zwischen den Zeilen (meiner letzten Mail) steckte war mein Eindruck zu Deinem Blog, den ich gerade gestern mal wieder gelesen hatte und in dem ja viele schoene Videos stecken (das mit dem secret habe ich gleich weiterversendet, ein wunderschoener Gedanke). Ich hatte das Gefuehl, Du scannst das gesamte Internet nach seinen schoensten Beitraegen - Danke dafuer.
Und wenn ich es nicht explizit als Zeile schreibe, sondern es nur dazwischen steckt, wirst Du es nicht lesen koennen.
Sonnige Gruesse
S


Darüber freue ich mich sehr und gebe das Kompliment gleich mal an all die weiter, über die ich auf diese Worte, Videos und sonstige Artefakte komme oder die genau diese produzierten, denn ihnen gebührt das.

Cinematic Orchestra

Cinematic Orchestra höre ich gern bereits seit Jahren, hier ein neues Video, wunderbar animiert, einfach weil es so toll anzusehen ist:

Schön, oder?
Christian

Montag, Juli 05, 2010

Lichtspiele

Dass Städte Licht als künstlerisches Ausdrucks- und Marketingmittel nutzen, ist ja nichts neues, machen die meisten. Sydney allerdings sticht heraus mit wirklich tollen Farben und Details: http://vimeo.com/13008882

Mittwoch, Juni 30, 2010

Intelligenzen

Liebe Lesende,

während Unionspolitiker einen Intelligenztest für Einwanderer fordern, den sie vielleicht selbst gar nicht bestehen würden, treffe ich in verschiedenen Kontexten erneut auf das Konzept von Howard Gardner und seine Theorie der multiplen Intelligenzen. Er unterscheidet darin acht verschiedene Intelligenzen:
- die logisch-mathematische Intelligenz
- die musikalisch-rhythmische Intelligenz
- die bildlich-räumliche Intelligenz
- die körperlich-kinästhetische Intelligenz
- die naturalistische Intelligenz
- die interpersonale Intelligenz (auch Soziale Intelligenz)
- die intrapersonale Intelligenz
Inzwischen added er eine neunte, die existenzielle Intelligenz oder spirituelle Intelligenz. Ich nenne sie Intelligenz des Herzens. Und umschreibe sie mit der Fähigkeit der Gleichwürdigkeit, ein zentraler Terminus in meiner Arbeit.

Ist etwas Gutes,
Christian

Montag, Juni 07, 2010

Laura Brückmann

Während ich vor wenigen Wochen einen open space mit knapp 100 Menschen für die Lebenshilfe Baden-Württemberg in Bad Boll begleitete, begegnete ich Laura, geboren 1991, Trägerin des Down-Syndroms, und ihrer Mutter, Mona, die ich bereits vor einiger Zeit kennenlernen durfte. Es war eine jener Begegnungen, die ein Leben lang im Gedächtnis und Gefühl bleiben, die prägen. Laura ist so ganz hier und jetzt, ehrlich, offen, sehend, beobachtend, es war ein Geschenk, sie zu treffen. Ein Video über ihre Tanzkunst, in der sie von ihrem Vater Rainer Brückmann musikalisch und von Peter Grohmann in Worten begleitet wird:


Ein Profil von ihr und über sie findet sich im inclusion life art network.

In diesem Zusammenhang muss ich auch unbedingt Conny Wenk empfehlen, eine wirklich großartige Photographin des Lebens. Einen Teil ihres Werkes findet Ihr hier.

Auf all das gibt's einen Tusch, der zeigt, was unsere technischen Helfer nachts so treiben:

The Conductor from Jeremy Abel on Vimeo.