Montag, August 28, 2006

Fehler :-)

Willst Du erfolgreicher werden, mußt Du Deine Fehlerquote verdoppeln!

Es ist etwas Gutes,
Christian

Mittwoch, Juli 26, 2006

Götz Werner: Führung für Mündige

Liebe Leser,
neulich lauschte ich Götz Werner, Professor und Gründer der DM Drogeriemärkte, bei seinem Impulsvortrag für einen Open Space in Berlin.
Hier die (be)merkenswerten Punkte:
  • Führung ist immer eine Kulturfrage und beginnt im Kopf
  • Reflektieren, Neues denken, integrieren
  • Manager: Do the things right.
    Unternehmer: Do the right things.
  • Alte Arbeit orientiert sich an Produktivität, ist weisungsgebunden, ist bezahlte Erwerbsarbeit, zielt auf Gewinnmaximierung
  • Neue Arbeit bedeutet im Sinn des Ganzen intelligent handeln, bringt und braucht individuelle Initiative, ist am Menschen, zielt auf Sinnmaximierung, ist unbezahlbare Arbeit (man kann sie nicht bezahlen, nur ermöglichen)
  • Dies heißt: Vom Hierarchiebewußtsein zum Prozeßbewußtsein
  • Komplexität meistern durch Subsidiarität
  • Lernen ist leichter als Entlernen
Es ist etwas Gutes,
Christian

Gespräch mit Montag

Am 10. Juli sprach ich kurz Carl Richard Montag. Er begrüßte mich, bedauerte, daß nicht seine Stiftungen sondern eine neue Stiftung mit mir arbeiten dürfte und sagte zu Nicole: "Sie haben uns also den Herrn Kemper weggeschnappt!"
Er empfahl mir in meiner Arbeit auf zwei Dinge zu achten:
  • Verlässlichkeit
  • Initiative
Darauf käme es an. Immer sollte ich Initiative zeigen und verlässlich sein.
Es ist etwas sehr Gutes :-)
Christian M

Schulentwicklung: Kernbegriffe

Liebe Leser,
in meinen Schulentwicklungsprojekten sehe ich diese Begriffe als zentral:
  • Herz und Bauch
  • Wertschätzung
  • Heterogenialität
  • Fanszination, Kraft, Inspiration
  • Kontakt zu sich selbst
  • Motor einer bewußten Gesellschaft
Es ist etwas Gutes,
Christian M

Sonntag, Juli 23, 2006

Die bewußte Open Space Organisation

Wichtige Punkte zur bewußten Open Space Organisation (Quelle: "The Wesley Urban Ministries Story" von Birgitt Williams):

Was sie bringen kann:
  • Eine positive Veränderung der Organisationskultur
  • Wechsel von Problem- zur Lösungsorientierung
  • Veränderung des Wertesystems
  • Perfekter Nutzen der Ressourcen
Vorher muß klar sein, was die Möglichkeiten und Grenzen sind: Das Mandat, die Wirkungsgrenzen, Klarheit darüber, was erwartet wird, und die Klarheit, wie die Beziehungen zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitern und untereinander aussehen sollen.

Birgitt hatte in ihrer Tätigkeit als CEO für WUM drei zentrale Jobs:
  1. Die Organisation von WUM als Unternehmenseinheit
  2. Die Entwicklung und das Wachstum von WUM
  3. Die Produktivität und Ressourcen von WUM erhöhen
Ihr erster Schritt waren Einzelgespräche mit den Mitarbeitern, dem Vorstand, der Geschäftsführung.
Sie brachte ihre Leidenschaft mit, ihren Teil für eine Verbesserung der Welt zu leisten.
Sie erkannte die Wichtigkeit von Intuition und der unglaublichen kollektiven Weisheit von Gruppen.

Ihr erster Open Space in der Organisation trug einen möglichst umfassenden Titel: "Fragen und Möglichkeiten für die Zukunft der Organisation und die Entwicklung eines strategischen Plans".
Hintergrundfrage war: "Können wir eine wirklich partizipative, hoch kreative und produktive Organisation sein und gleichzeitig eine hierarchische?"

Der nächste Schritt war, einzelne Open Spaces für die Einzelthemen des ersten Open Spaces durchzuführen, jeweils vier Stunden lang, innerhalb von drei Monaten nach dem ersten.

Sie begleitete die Open Spaces selbst, nahm sich damit aus der inhaltlichen Gestaltung heraus. Dies tat sie, nachdem sie schon einige Jahre in der Organisation tätig war und ihr zentrales Ziel, WUM weiterzuentwickeln hin zu einer vereinigten, starken Organisation, noch nicht erreicht hatte.

Immer wieder kamen Menschen hinzu, die sich angesprochen fühlten von der Philosophie und der Vision bei WUM.

Dritter Schritt waren jährliche, zweitägige Open Spaces für Strategische Planung, die die gesamte Organisation betrifft. Außerdem periodische ganztägige Open Spaces in den einzelnen Abteilungen. Und schließlich regelmäßige, monatliche, kurze, vierstündige Open Spaces zu Themen, die sich herauskristallisiert hatten.

Sie arbeiteten im Glauben, daß alle Menschen wertvoll und kostbar sind und daß die Weisheit und das Wissen darüber, was getan werden muß, bereits in diesen Menschen einer Organisation sind.

Wichtig ist dabei, daß es nicht gut ist, einen Menschen in eine Führungsrolle einer Organisation zu bringen, der nicht mit den Werten und dem Zweck einer Organisation übereinstimmt.

Um eine Organisation zu einer Open Space Organisation zu entwickeln, braucht es den Willen zur Veränderung (und das Wissen, daß diese sowieso ständig geschieht) und der Wille zur Gesundheit.

Resultate einer bewußten Open Space Organisation können sein:
  • Eine geteilte Vision
  • Ein klarer Zweck
  • Wachsen aus sich heraus
  • Erhöhte Kreativität
  • Hohe Produktivität
  • Hohe Effizienz
  • Engagiertes Mitmachen
  • Eine bewußte Gemeinschaft und effektive Kommunikation
  • Passende Strukturen
  • Geteilte Führung
  • Abwesenheit von Barrieren, um einen Job exzellent und mit Stolz zu machen
  • Nachhaltige und erneuerbare organisatorische Gesundheit und Balance
  • Eine Organisation, die durch eine Welt der Veränderung navigiert und Vorteil aus den Möglichkeiten zieht, die dieser Wandel hervorbringt
  • Arbeitsplätze für aufblühende Menschen
Schlüsselmaterial für eine Open Space Organisation:
  • Arbeit im und mit dem Trauerkreis (s. Owen)
  • Geschichten erzählen und Raum dafür schaffen
  • Eine Geschichte der Organisation und ihr Zweck, ihre Werte, ihre Vision
  • Das Nicht-Sichtbare wahrnehmen und diskutieren
  • Soviele Meetings wie möglich als Open Space organisieren
  • Alle anderen Meetings mit ähnlichem Format durchführen: z. B. Stuhlkreis ohne Tische
  • Wahrnehmen, wenn ein Meeting nicht offen für Partizipation ist und nur eine Richtung der Information hat; diese anders durchführen, aber so kurz wie möglich und kurz halten
  • Mit dem Chaos arbeiten
  • Die Organisation in einer Art ähnlich des Open Spaces zu managen: Mit einer ständigen Anliegenwand, Möglichkeiten, an Diskussionen teilzunehmen, die von irgendjemandem angekündigt sind, basierend auf Leidenschaft und Verantwortung
  • Geklärte Grundlagen ("Givens") der Organisation
  • Jährlich Zeit zu nehmen um abzusichern, daß die Struktur passend ist, um den Spirit der Organisation, ihren Zweck zu erfüllen, zu unterstützen
  • Autorität, Verlässlichkeit und Verantwortlichkeit verstehen in einem Netzwerk mit der Energie von Leidenschaft und Verantwortung
Entwicklungsmaßnahmen:
  • Vier Tage Open Space Training
  • Zwei Tage Veranstaltungsleitung Training
  • Zwei Tage interkulturelles Konfliktlösungstraining
  • Drei oder vier Tage veränderten Führungsverhaltens den Open Space Prinzipien folgend
Birgitt beginnt immer mit dem Medizinrad, um den Zweck der Organisation herauszufinden:
  • Im Norden Führung und Aktionsschritte
  • Im Osten Vision(-sentwicklung)
  • Im Süden Gemeinschaft
  • Im Westen Management
  • Im Zentrum/Kreuz die Beziehungen
Die Rolle des Begleiters: Sehr präsent und absolut unsichtbar.

To be done with...

Sonntag, Juli 16, 2006

Mail an Birgitt Williams, Open Space-Begleiterin aus Raleigh, North Carolina, USA, von heute

Dear Birgitt,
sometimes things happen... which were only dreamed...
Thanx for your mail to the international OS list concerning the last four spaces in your annual COSO-training.
It's so wonderful.
Well, I can't participate this time, but the right time will come. :-)
Let me introduce myself shortly: I learned the work within and with Open Space years ago when I organized an OS as a client of Marei. It was her first facilitated OS.
I needed two more years to come back and deeper into that. Now I participated in several OS, including some with Michael M, Jo, Matthias or Harrison. In November I will take part in the training in Blossin near Berlin and I am looking forward to a magnificent week in Open Space! :-)
I love OS and I am be sure that it takes a big part in my life.
Three weeks ago I received an assignment for building up a foundation in Bonn/Germany which is supposed to work on school development - a field which is highly demanded in Germany and a field in which I thought before large group interventions like OST would help. Now I can combine those to heart-issues. What a gift.
And: I like to build up this foundation following the principles of OS and following the enormous energy which is coming out of this experience.
So: Two weeks ago I registered for your COSO-training in Frankfurt/Germany in August, organized by Matthias. Unfortunately he told me that he cancelled it a few days before because there weren't enough registrations. So I looked for the next chance: Salzburg, also in August. Five of that six days I could be there except the day in the middle, the 23rd of August, on that day I have an important political press conference I have to moderate in Berlin. So I thought again: It is not the right time. But it will come.
This afternoon I received a link from Matthias to an article of you (The Wesley Urban Ministeries Story) on his website, because I asked him for more information about COSO. I will read your text tomorrow.
Now, after I watched a movie Marei gave me last week (The Secret), I returned to my computer to write my blog about my feelings and learnings with this DVD. And I saw your mail to the international OS list. Well. Again I can't participate: At the first day (10th of Sep) it's the last day of my first Psych-K-Workshop with Richard Schultz. And the last two days (12th and 13th of Sep) I will help Marei to facilitate an OS in Bielefeld/Germany.
So: The right time will come.
Whenever.
I am so happy about it I just can't describe. And I am looking forward to meet you, any time, anywhere.
And I am happy that I can share this with you. I hope that you want to follow my thinkings and feelings - thank you very much for that.
Take care,
Christian

Kreis

Und was ich gerade sah: Den vorletzten Blog erstellte ich nach dem Gespräch mit Herrn L. - so schließt sich ein Kreis. Denn während des Films dachte ich mehrmals, ihm nun einmal die wunderbaren Dinge zu schreiben, die sich seit unserem Gespräch in meinem Leben ereigneten. :-)
Es ist etwas sehr sehr Gutes,
Christian

Die Kraft der Anziehung

Gerade sah ich mir mir meiner Lebensgefährtin K. die DVD mit Namen "The Secret" an. Ein Film über das Geheimnis, dass, was immer man anzieht, erscheint, geschieht. Die Kraft der Anziehung meint, dass - hat man sich auf das Positive, das Gewünschte eingestellt und es in Gedanken und noch wichtiger: Im Gefühl visualisiert - genau das passiert, was Gedanken und Gefühle vorher anzogen.
Ein amerikanischer Film, dadurch etwas schwarz-weiss-darstellend, etwas überromantisiert, etwas zu sehr an Materiellem orientiert. Aber: Im Grundsatz richtig.
Toll!
Der richtige Film zu richtigen Zeit.
Nicht, dass ich das vorher nicht gewusst hätte. Ich handelte bereits seit vielen Jahren danach, aber unbewusst. Nun kann ich das auch bewusst tun. Und mit dem Können von Psych-K (ab September) erreiche ich auch den Rest meines Unterbewußtseins, der noch anders funktioniert. Nicht mehr lang;-)
Es ist etwas Gutes,
Christian

Donnerstag, März 16, 2006

Weltbild

Gestern abend, liebe Leser, hatte ich ein Treffen mit Herrn L., einem wunderbaren Arzt meiner Bekanntschaft. Welch ein intensives, lehrreiches, sinnvolles, kraftvolles, augenöffnendes, bestätigendes Gespräch! Schon in den ersten Sätzen diagnostizierte er meine letzten fünf Jahre und den status quo exakt korrekt, ohne daß er auch nur einen Hinweis von mir erhalten hätte.
Die doppelte Pyramide im Raum sandte Kräfte, Energien und Wärme aus; der Brunnen in der Ecke schärfte seine Sinne und Antworten.
Es ging um das Finden dessen, was man sucht, um berufliche Perspektiven. Um Zusammenhänge dieser Welt, Kräfteverhältnisse, Mächte und Machthaber, Unterdrücker, Konservierer und Geheimbünde. Und um unsere Position in diesem "Spiel": Wir beide möchten Sandkörner bewegen, Menschen ermöglichen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, die Freiheiten zu nutzen, Glück ermöglichen. Und dies kann sicher nicht mit den Mächtigen dieser Welt geschehen, sondern nur im persönlichen Umfeld.
Was ich lernte: Das Loslassen von Dingen, von denen ich meinte, sie wären wichtig für mich, externe Zuschreibungen und Titel wie Kontakte oder der Dr., war ein guter, mutiger Schritt.
Nun geht es darum, andere Menschen und Zusammenhänge nicht mehr zu bewerten, nicht mehr in gut und schlecht, warm und kalt usw. zu klassifizieren, sondern nicht nur tolerieren, sondern akzeptieren, daß andere Menschen anders sind. Also unter anderem: Nicht mehr ärgern über andere. Zusehen. Dann mich positionieren und meine positiven Aspekte hinzufügen. Das zu geben, was ich erhalten möchte.
Und vieles mehr lernte ich, ging gestärkt nach Hause, schlief die folgende Nacht nur eine Stunde und fühle noch immer die Kraft in mir.
Es ist etwas Gutes geworden, jetzt schon ;-)
Chris

Sonntag, Dezember 25, 2005

Rückschau

Für mich geht ein dermaßen ereignis- und lehrreiches Jahr zu Ende, daß ich meiner Überzeugung kaum folgen kann, daß das nächste noch toller werden wird.

Im ersten Halbjahr arbeitete ich sehr viel an mir selbst, führte vereinzelte Gespräche, arbeitete mal hier, mal da, ohne aber wirklich einen Zug in meinen Aktivitäten zu spüren. Klar war ich jeden Tag aktiv, hatte immer was zu tun, die Zielrichtung war hingegen selten klar.
Unter anderem nahm ich an einem Projekt in Oberhausen teil, das sich "Gründen im Team" nannte und - wie der Titel schon sagt - gemeinsam erarbeitete Selbständigkeiten zum Ziel hatte. Nachdem ich zunächst wie es so meine Art ist, ziemlich zurückhaltend mitarbeitete, outete ich mich nach etwa zwei Dritteln des auf drei Monaten angelegten Prozesses mit einem eigenen Thema und verwandte ab da mehr Zeit für das, was ich wirklich wollte - und enthielt meine konstruktive Mitarbeit ab da der Gruppe, in der ich bis dato arbeitet, vor. Nachdem ich dann ziemlich intensiv an einem Businessplan arbeitete, kam ein recht gutes Papier zum Thema CSR-Beratung (Corporate Social Responsibility - aktive Teilhabe von Unternehmen am Gemeinwohl) heraus, das ich auch vor einigen Gremien mit Bänkern, Vertretern von Wirtschaftsförderungen, Agenturen für Arbeit, IHKs und HWKs präsentierte. Alle fanden das immer sehr überzeugend.
Birgit half mir dann entscheidend dabei, diesen Plan auch von meiner Agentur für Arbeit anerkennen zu lassen - falls das mal jemand von Euch vor hat: Birgit ist die Beste dabei!
Als ich dann mit meinen Anliegen Gespräche führte, erstmal, um den Markt, andere Anbieter und mögliche Kooperationspartner kennenzulernen, merkte ich schnell, daß ich das eigentlich gar nicht lebe. Ich kann das gut, weiß sehr viel darüber, es sind auch einige der Tätigkeiten enthalten, die ich gerne mache, aber so richtig Feuer spüre ich nicht dabei. Klar wurde mir das spätestens, als ich in einem konkreten Projekt für die Deutsche Post mitarbeitete und dieses immer weiter vor mir herschob ;-)
Tja, was dann?
Erstmal fiel ich in ein großes Loch. Das war im August. Da war plötzlich überhaupt nichts mehr, keine Zuversicht, keine Ideen, keine Lust, keine Kraft. Nur Frustration. All das kam auch daher, weil ich - wie Ihr ja mitbekamt - eine Absage auf einen Job erhielt, den ich damals gerne gemacht hätte - zu gern für den potentiellen Arbeitgeber. :-)))
Wunderbarerweise hatte ich Euer aller Feed-back, das mich auf so viele neue Gedanken brachte.
Allein, im August wußte ich noch immer nicht weiter.
Von Maja hörte ich dann von einer Tagung in Hamburg. Es ging um kulturelle Bildung in Europa. Ich meldete mich und zwei Freundinnen an, fuhr hin, bekam ne Menge Eindrücke, gar ein paar wenige Kontakte. Erlebte Maja und Kerstin bei Ihrer Arbeit mit der Schultanzgruppe - die an diesem wunderbaren Projekt mitarbeiteten, ganz nah oder sogar an dem, was sie wirklich wollen. Welch emotionalen Momente das waren, werde ich nie vergessen.
Danach, es war noch immer August, passierte zwar auch erstmal nichts, aber im September begann ich auf eine Weise aktiv zu werden, ungeplant, unvorhergesehen, noch immer nicht wissend, wie es kam, die bis heute anhält und mir kaum noch Zeit zum Durchatmen ließ.
Ich fuhr heftigst durch die Gegend, führte eine Masse an Gesprächen (über 40), besuchte Tagungen, Kongresse, Seminare, lernte viel Leute kennen und begann, immer mehr und unbewußt auf meinen Bauch zu hören und danach zu handeln. Was passiert war, dass vieles, fast alles, leicht fiel, es passierten gar wunderbare Dinge von allein.
Ich lernte so so viel, bildete mich weiter, entwickelte mich.
Und in all dem kamen dann plötzlich Leute und fragten, ob ich nicht dieses oder jenes tun könnte für sie. Klar konnte ich. Ich organisierte hier ein bisschen mit, führte dort ein Interview, lektorierte, moderierte und machte manches andere. Ich hatte gut zu tun, machte Dinge, die mir Spaß machen, bekam sogar Geld dafür oder entsprechende Gegenleistungen und realisierte dann irgendwann: Hey, ja, ich bin selbständig.
Jetzt habe ich im Augenblick zwar nur einen richtigen Auftraggeber (die Bundeszentrale für politische Bildung), in deren Projekt ich bis Ende Februar gut zu tun habe, rühre aber in vielen Töpfen, kreiere Ideen, Projekte und mögliche Kooperationen.
Und arbeite gerade an einem griffigen Profil, mit dem ich mich und meine Kompetenzen all jenen anbieten kann, die ich kennenlernte, eh ich mich selbständig nannte.
Und es waren so so viele wunderbare Momente in den letzten Monaten: Als wir in einer subversiven Aktion als Angriff auf die deutsche Depression im Bannkreis in Berlin, direkt zwischen Paul-Löbe-Haus und Kanzleramt, eine Trauerweide pflanzten, unangemeldet. Sie steht da noch heute. Als ich merkte, wie sich einzelne Ideenfäden zusammenfanden und andere Menschen diese interessierten. Als ich einfach von mir selbst sprechen konnte, ohne irgendein Bild zu verfolgen, das ich von mir herumtrug. Als ich mal wieder an einem Open Space teilnahm, in Berlin, zum Thema "Practice of Peace" und wunderbare Menschen aus der ganzen Welt kennenlernte. Im Fluß war. Mit Menschen zusammenwar, die ich schätzte und es nicht mehr um Personen, sondern nur noch um die Sache ging, um Ideen und Projekte. Als ich tatsächlich auch mal so richtig mein Szenario verfolgte und einige Menschen im Musikbusiness kennenlernte (wo ich zwar keine Perspektiven habe - aber ein paar konkrete Vorschläge), und dann bspw. der Generalsekretär des Dt. Musikrats während einer Veranstaltung - auf der ich meinen inneren Schweinhund überwand und vor dem kompletten Plenum per Mikrofon einmal meiner Meinung Luft machte - auf mich zukam und mich nach meiner Ansicht fragte. Sich Leute bei mir für meine Äußerungen bedankten. Als ich eine weitere Absage von einem Projekt bekam, an dem ich so gerne mitgearbeitet hätte (droppingknowledge.org), aber zwei nette I-Gespräche führte und es okay so ist. Als ich loslassen konnte und alles leichter war. Als ich vier Monate meinen lieben Coach nicht mehr anrief und seine tollen Fragen nicht vermisste und nicht benötigte. Als ich zu Weihnachten Post von Leuten bekam, die ich seit zwei Jahren nicht mehr sprach, die immer noch an mich denken. Als ich nach nur kurzem Auftenthalt trotz Essenseinladung das Frank O. Gehry-Haus am Pariser Platz in Berlin verliess, weil ich besseres als Small Talk zu tun hatte. Und ich vorgestern von meiner Buchhändlerin den neuen Irving bekam, der erst im Februar erscheint (und den sie schon voller Begeisterung anlas und kaum hergeben konnte), weil sie weiß, daß ich seine Romane sehr schätze. Als ich von einem Beratungsunternehmen gefragt wurde, ob ich unter ihrem Dach arbeiten möchte, unter ihrem Namen, auf eigene Rechnung.
All das klingt natürlich sehr gut, was dieses Mal anders ist, ist, dass ich weiß, dass dies einfach eine gute Phase ist, der eine schwierige wieder mal folgen kann.
Und ich habe gelernt, dass ich gar nicht mehr so viel Input brauche, sondern schon ganz ganz viel drauf habe, das ich anderen geben kann. Die genau das möchten oder brauchen.
Mal schaun, wie das weitergeht...
Morgen verschwinde ich mit meiner Lebensgefährtin erstmal für zwei Wochen in die Ferne und freue mich schon jetzt unbändig auf das neue Jahr (ich finde, eine 6 lässt sich viel besser schreiben als eine 5 ;-) und all das, was passieren wird.


Es ist etwas Gutes,

Chris